| Pressemitteilung: Frankfurter Rundschau |
„Zu Ausschreitungen kommt es schnell, wenn man sich nicht richtig versteht“
Deutsch-türkischer Wirtschaftsverein AGIF will die Verständigungsprobleme auf und neben dem Platz reduzieren und die Integration im Sport fördern. |
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Unterschrieben ist doch nichts. Dennoch ist sich Norbert Schmalfuß sicher, dass der Zeitpunkt nicht zu früh ist. Der Projektmanager des deutsch-türkischen Wirtschaftsvereins Agif hat für das Jahr 2007 in Hessen Großes vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Integration von türkischstämmigen Kindern und Jugendlichen, die der Wirtschaftsverein mit einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt im hessischen Sport vorantreiben will. Unter dem Titel „Miteinander für Wirtschaft, Kultur und Sport“ will die Agif künftig mehrere Einzelprojekte in Zusammenarbeit mit dem Land Hessen sowie der Stiftung Deutsche Sporthilfe vorantreiben.
Das ehrgeizigste Projekt für das Jahr 2007 widmet sich dabei dem Fußball. Mit einer zweisprachigen Übungsleiterausbildung will die Agif die Verständigungsprobleme auf und neben dem Platz reduzieren und so die Integration fördern. Zielgruppe sind dabei Mannschaften mit einem hohen türkischsprachigen Anteil oder rein türkische Vereine. „Zu Ausschreitungen kommt es schnell, wenn man sich nicht richtig versteht. Und genau da sehen wir einen Nachholbedarf“, sagt Ruhan Boy, Geschäftsführer der Agif Deutschland, die ihre Zentrale in Frankfurt hat.
Kosten und Beginn noch unklar
Daher will der Wirtschaftverein in Kooperation mit der Übungsleiterausbildung des Hessischen Fußballverband (HFV) Sprachkurse für türkische und deutsche Männer und Frauen ab 18 Jahren anbieten. „Die Kommunikation verläuft in beide Richtungen. Wir wollten die Kurse für beide Seiten öffnen“, erklärt Schmalfuß. Wie häufig und ab wann die ersten Kurse starten sollen, steht dabei noch nicht fest. Ebenso unklar sieht es noch bei den Kosten für die Kurse aus. Geplant ist ein Förderprogramm, das in Einzelfällen die komplette Finanzierung der Sprachkurse übernehmen soll.
Ein Teil des Gesamtbudgets will die Agif dabei selbst übernehmen, zudem setzen die deutsch-türkischen Unternehmer auch auf Unterstützung durch das Land Hessen. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, wie Heinz Zielinski, Abteilungsleiter Sport beim Hessischen Innenministerium, bestätigt. Die Projektidee der Agif hält Zielinski vor allem wegen ihrer Herangehensweise und der ausgewählten Zielgruppe von jungen Türken in Deutschland für „interessant und spannend“. Noch sei man aber von einer Zusage weit entfernt. „Die Landesregierung prüft diese Idee. Es steht aber noch nichts fest“, sagt Zielinski.
Norbert Schmalfuß von der Agif ist da mehrere Schritte weiter. Schon im Februar will er den ersten Kurs ausschreiben, auch wenn das in Anbetracht der noch ausstehenden Zusage unrealistisch erscheint. Vielmehr planen die Wirtschaftsexperten jetzt schon die Finanzierung, in der deutsche und türkische Unternehmen eine Schlüsselrolle übernehmen sollen. Agif Geschäftsführer Boy sieht den Verein dank seiner Kontakte zur deutschen als auch türkischen Szene dabei in einer idealen Position. Zumal die Agif von der geplanten Integration auch selbst profitieren könnte. „Natürlich geht es um Aufmerksamkeit. Aber entscheidend für uns ist auch, dass die Initiative das Miteinander fördern will- und das würde sich auch positiv auf unsere Geschäfte auswirken.“
Golf als Vorreiter
Deutlich konkreter als bei der angedachten Übungsleiterausbildung sieht es in einem anderen Projektfeld aus. Ausgerechnet der immer noch als elitär geltende Golfsport macht es dem Fußball vor. In Zusammenarbeit mit dem türkischen Golfverband, deutschen Partnergolfplätzen und der Stiftung Deutsche Sporthilfe für das Land Hessen hat die Agif bereits eine Kooperation über eine Turnierserie in Deutschland für 2007 vereinbart. Auch hier gilt das Hauptaugenmerk dem Breitensport.
Im Dezember wurde ein Kooperationsvertrag mit dem Golfklub Eschenrod in Schotten unterzeichnet. Türkischstämmige Jugendliche bis 18 Jahren werden von de Agif dorthin vermittelt, damit sie dort ab Februar kostenlos trainieren können. Die Ausrüstung wird ebenfalls gestellt. Gerade von diesem Projekt erhofft sich Norbert Schmalfuß eine hohe Signalwirkung, denn gerade im Golf sei die Abgrenzung zu Menschen mit Migrationshintergrund eklatant. Zumindest auf dem Golfplatz in Schotten soll damit bald Schuss sein.
Weitere Informationen und Anmeldungen über die Agif (Tel. 069/ 74 22 07 54) oder im Internet www.agif.eu

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